November 2016

Gesucht und gefunden: Die Strickkollektion unserer Designer von morgen

Jung, avantgardistisch, aber trotzdem tragbar und vor allem mit persönlicher Handschrift: So sieht die erste Nachwuchs-Designer-Kollektion der Initiative Handarbeit aus. Im Rahmen des Wettbewerbs „Designer von morgen“ hatte der Branchenverband Modedesign-Studenten aufgerufen, eine Damen-Strickkollektion für Herbst und Winter zu entwerfen. Eine Fachjury beurteilte die Entwürfe und kürte am Ende mit Sandra Knüpfing aus Pforzheim und Merle Richter aus Bremen gleich zwei Siegerinnen.

Mit dem von der Initiative Handarbeit zur Verfügung gestellten Budget von je 2500 Euro sowie den benötigten Materialien konnten die Designerinnen ihre Entwürfe in die Praxis umsetzen, sie professionell inszenieren und natürlich zu allen Modellen Anleitungen zum Nachstricken verfassen.

Entstanden sind dabei zwei völlig unterschiedliche Linien, die auf ganz neue Weise traditionelle Handarbeit mit modernen Schnitten und Mustern kombinieren. Sandra Knüpfing variiert in ihrer „Herringbone“-Kollektion das klassische Fischgrätmuster immer wieder anders. Wichtig war ihr dabei, stricken zeitgemäß zu interpretieren und gleichzeitig die positiven Eigenschaften von Strickmode wie Wärme und Gemütlichkeit zu vermitteln.

Die Kollektion von Merle Richter basiert auf dem Gedanken des Wandels zwischen der zweidimensionalen Fläche und dem Fall der Kleidung am Körper. Durch die grafischen Formen hat sie komplexe Schnitte auf ihre Grundstruktur reduziert. Beide Jungdesigner-Kollektionen sind ab sofort auf der Webseite der Initiative Handarbeit online. Die Anleitungen dazu können wie immer kostenlos unter www.initiative-handarbeit.de heruntergeladen werden.

 

Schwerelos

Die weiße, verschlusslose Strickjacke besticht mit ihrer cleanen Optik, ohne dabei zu kühl zu wirken. Dafür sorgt das kuschelige, voluminöse Garn. Dank Nadelstärke 12 geht es trotz des anspruchsvollen Herringbone-Musters schnell voran. Zugleich erzeugt das dicke Garn einen besonders plastischen Effekt.

Große Nummer

Noch eine Jacke oder schon ein Mantel? Egal – hauptsache warm, weich und stylish! Bei der langen Strickjacke im angesagten Oversize-Look zeigt das Fischgrät-Muster wieder ein ganz anderes Gesicht. Nadelstärke 15 sorgt für ein schönes Volumen und betont die Schönheit des Naturmaterials Wolle.

Modisches Konstrukt

Das Strickkleid wirkt auf den ersten Blick ganz klassisch. Auf den zweiten Blick beeindruckt dann neben dem eingestrickten Muster in der Passe die besondere Konstruktion: Durch die eingefügten Seitenkeile sitzt das Kleid figurnah, lässt aber trotzdem angenehm viel Bewegungsraum.

Versetzung gelungen

Bei diesem Pullover ist Konzentration gefragt: Das zweifarbige Grätenmuster entsteht durch das wiederholte Versetzen von Maschen. Das richtige Mitzählen wird mit einer wirklich außergewöhnlichen Frontpartie belohnt.

Detailarbeit

Raglan und Fischgrätmuster bilden die bewährte Basis für den schmal geschnittenen Pullover. Seinen besonderen Look erhält er durch Details wie die kraus rechts gestrickten Ärmel und die auffälligen Riegel an der Seite.

Getunnelt

Der Pullover mit Intarsienmuster bewegt sich abseits der bekannten Strickmode-Pfade: Zum Oversize-Look mit überlangen Ärmeln und überzogenen Schultern kommt noch eine besondere Lösung für das Halsbündchen. Es wird als Tunnel gearbeitet, in den zum Schluss ein Gummi oder ein Band eingezogen wird.

Ins Netz gegangen

Cardigan 3.0: Die altbekannte Strickjacke wird hier mit geometrischem Schnitt und Reißverschluss auf neue Art interpretiert. Der Cardigan wird aus schlichtem Baumwollgarn im Netzpatent gestrickt. Der Reißverschluss kann per Hand oder mit der Maschine eingenäht werden.

Bewegungsraum

Und noch einmal Netzpatent: Auch die weit geschnittene Hose wird im Netzpatent aus Baumwollgarn gestrickt. Ein eingearbeiteter Tunnel in der Taille sorgt dafür, dass die Hose auch dann gut sitzt, wenn sich viel bewegt wird.

Onepiece

Overalls bleiben angesagt. Das Modell aus Schurwolle und Leinen von Merle Richter setzt auf einen weiten Schnitt und von außen sichtbare Ziernähte. Vorder- und Rückteil des Overalls werden dafür mit einem Garn in Kontrastfarbe zusammengehäkelt.

 

Alle Anleitungen können kostenlos heruntergeladen werden. Auf unserer Webseite finden Sie darüber hinaus noch viele weitere Tipps und Anregungen zum Selbermachen.

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