Presseinformation März 2020

Nachhaltigkeit als Innovationsfaktor

Medienformation

Bewusster Konsum statt Fast Fashion, Re- und Upcycling statt Wegwerfen: Das steigende Interesse an Nachhaltigkeit spielt für die Handarbeitsbranche eine wichtige Rolle und wirkt sich positiv auf die Marktentwicklung aus. 2019 belief sich der Gesamtmarkt für Handarbeitsbedarf in Deutschland auf 1,17 Milliarden Euro, gemessen an Endverbraucherpreisen, so der Branchenverband Initiative Handarbeit. Im Vergleich zum Vorjahr (2018: 1,16 Milliarden Euro) ergibt sich daraus ein kleines Plus. „Der Gesamtmarkt Textiles DIY in Deutschland hat sich stabilisiert und zeigt erstmals seit 2013 wieder ein leichtes Wachstum von 1,2% im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Hedi Ehlen, Geschäftsführerin der Initiative Handarbeit.

Wie sich die Corona-Krise in den kommenden Monaten auf den Markt auswirkt, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Viele Fachhändler reagieren derzeit mit innovativen und individuellen Ideen, um trotz geschlossener Läden für ihre Kundinnen und Kunden dazu sein. Onlineshops werden zum Beispiel mit persönlicher Beratung am Telefon oder per Skype kombiniert. Als impulsgetriebene Branche sind für die Handarbeitsbranche der Handel vor Ort und der direkte Kundenkontakt jedoch auf Dauer unersetzbar.

Marktdaten: Nähen weiterhin auf Platz 1

Umsatzstärkster Bereich bleibt wie bereits im Vorjahr das Nähen: Allein bei Stoffen wurde ein Umsatz von 440 Millionen Euro (2018: 420 Millionen Euro) erzielt und damit ein Plus von rund 4 Prozent.

Unverändert geblieben sind die Zahlen bei Kurzwaren. Für Nähgarne, Nadeln und Reißverschlüsse gaben Verbraucher 2019 insgesamt 170 Millionen Euro aus. Nähgarne sind hier mit 50 Millionen Euro (2018: 48 Millionen Euro) am umsatzstärksten, gefolgt von Hartkurzwaren (38 Millionen Euro/2018: 37 Millionen Euro) sowie Knöpfen (unverändert bei 29 Millionen Euro). Einen Umsatzsprung gab es bei den Nähmaschinen: Hier beträgt der Umsatz 180 Millionen Euro (2018: 175 Millionen Euro).

Ein leichter Rückgang wurde bei den Strick- und Häkelgarnen verzeichnet: Hier wurde ein Umsatz von 330 Millionen Euro erzielt (2018: 340 Millionen Euro). Der Markt ist hier uneinheitlich. Gewinner sind die modisch orientierten und aktiven Fachgeschäfte, die eng mit Ihren Kundinnen vernetzt sind und der online-Handel, sowie die Großfläche außerhalb des traditionellen Fachhandels.

 

Nachhaltigkeit als Innovationsfaktor: Das wünschen sich Verbraucher

Hochwertige Kleidung selber anfertigen und reparieren, statt im immer schnelleren Rhythmus zu shoppen: Handarbeit kann viel zu einem nachhaltigeren Lebensstil beitragen. Die Initiative Handarbeit wollte wissen, wie wichtig das Thema für die DIY-Community ist und hat deshalb Mitte März 2020 eine Umfrage auf Instagram dazu gestartet. Alle fünf Fragen wurden jeweils von rund 1000 Teilnehmerinnen
beantwortet:

Nachhaltigkeit spielt für 90 Prozent beim Handarbeiten eine Rolle

Beim Kauf von Handarbeitsmaterialien ist Nachhaltigkeit für 63 Prozent wichtig, für 37 Prozent fällt der Preis stärker ins Gewicht

Mit Re- oder Upcycling haben sich beim Handarbeiten bereits 91 Prozent mindestens schon einmal beschäftigt

Kaputte Kleidung reparieren 87 Prozent

Ein größeres Angebot an nachhaltig produzierten Handarbeitsmaterialien wünschen sich 96 Prozent

Für die Handarbeitsbranche sind diese Zahlen ein wichtiger Anhaltspunkt, um nachhaltige Produkte und Projekte weiter voranzutreiben.

 

 

make me take me: Erfolgreiche Aktion gegen Plastik zeigt Engagement der Community

Wie groß das Engagement der DIY-Community ist, um mit Handarbeit etwas für die Umwelt zu tun, zeigt auch die Aktion make me take me der Initiative Handarbeit. Seit dem Frühjahr 2019 ruft der Branchenverband im Rahmen der Aktion dazu auf, nachhaltige Taschen zu nähen, zu stricken oder zu häkeln und sie an Menschen zu verschenken, die dafür versprechen, künftig auf Plastiktüten zu verzichten.

Für die Taschen können bei der Initiative Handarbeit kostenlos Labels bestellt werden, so dass die Taschen leicht zu erkennen und zu zählen sind. Das ursprüngliche Ziel von 10 000 Taschen wurde bereits wenige Wochen nach Start der Aktion erreicht. Für 2020 werden 100 000 Taschen angepeilt. Aktueller Stand sind knapp 60 000 Taschen.

make me take me macht Schule

Bereits im vergangenen Jahr haben sich zahlreiche Schulen beziehungsweise Handarbeits-AGs an make me take me beteiligt. Dieses Interesse an Handarbeit und Nachhaltigkeit möchte die Initiative Handarbeit mit „make me take me macht Schule“ fördern. Die Idee: Freiwillige Handarbeitsbegeisterte fertigen – sobald die Schulen wieder offen sind – gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen Taschen an, um so das Interesse am Nähen, Stricken oder Häkeln und für Nachhaltigkeit gleichermaßen zu wecken. Die Initiative Handarbeit liefert dazu zahlreiche Ideen und Anregungen.

Führungswechsel bei der Initiative Handarbeit

Der Branchenverband ist mit einem Wechsel an der Spitze in das neue Jahr gestartet:

Seit Februar 2020 ist Hedi Ehlen Geschäftsführerin der Initiative Handarbeit. Hedi Ehlen war zuvor unter anderem Geschäftsführerin der Prym Consumer Europe GmbH. Sie folgt auf Gerd Eberhardt, der den Branchenverband seit seiner Gründung geleitet und die Geschäftsführung jetzt auf eigenen Wunsch abgegeben hat. „Ich freue mich sehr darauf, in den kommenden Jahren mit der Initiative Handarbeit neue Ideen zu entwickeln und gleichzeitig den erfolgreichen Kurs von Gerd Eberhardt fortzusetzen“, so Hedi Ehlen.

 

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Pressekontakt

Initiative Handarbeit
Angela Probst-Bajak
Lindenstraße24
76228 Karlsruhe
Telefon: 0721/9473320
Fax: 0721/9473321
a.probst-bajak@comconsult-ka.de

 

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