Pressekonferenz anlässlich der h+h@home 26.03.2021

Selbermachen boomt – Handarbeitsbranche verzeichnet Umsatzrekord

Die Handarbeitsbranche verzeichnet für 2020 ein Umsatzplus von 17,4 Prozent: Der Gesamtmarkt für Handarbeitsbedarf in Deutschland belief sich auf 1,38 Milliarden Euro, gemessen an Endverbraucherpreisen, so der Branchenverband Initiative Handarbeit auf der digitalen Fachmesse h+h@home (Handarbeit + Hobby, 26. bis 28. März) in Köln. Im Vorjahr waren es 1,17 Milliarden Euro.

Der DIY-Boom spiegelt die Entwicklung wider, dass seit dem Frühjahr 2020 deutlich mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht wurde. „Handarbeit wurde wie Gärtnern, Heimwerken oder Brotbacken als eine Möglichkeit entdeckt, es sich in den eigenen vier Wänden schön zu machen und sich vom Alltag zu entspannen“, so Hedi Ehlen, Geschäftsführerin der Initiative Handarbeit. Dazu kommen gesellschaftliche Entwicklungen wie der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit und Individualität. Das sprunghafte Marktwachstum mit diesem 2-stelligen Plus ist aus Sicht des Branchenverbandes auf die Corona-Pandemie zurückzuführen.

Umsatzstärkster Bereich bleibt das Nähen: Allein bei Stoffen wurde ein Umsatz von 528 Millionen Euro erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr (2019: 440 Millionen Euro) ist das ein Zuwachs von 20 Prozent. Ein starkes Plus gibt es auch bei Nähgarnen und Kurzwaren. Für Näh- und Handarbeitszubehör gaben Verbraucher 2020 insgesamt 197 Millionen Euro aus (2019: 170 Millionen Euro). Einen Umsatzsprung von 20 Prozent gab es bei den Nähmaschinen. Hier beträgt der Umsatz 216 Millionen Euro (2019: 180 Millionen). „Diese Entwicklung hängt sicherlich mit der Corona-Pandemie zusammen: Das Nähen von Mund-Nasen-Masken hat bei vielen Menschen das Interesse am Nähen insgesamt geweckt und war Einstieg auch für andere Nähprojekte“, erklärt Hedi Ehlen. Ein ähnlich erfreuliches Bild wie beim Nähen zeigt sich im Bereich Stricke / Häkeln: Bei Strick- und Häkelgarnen wurde ein Umsatz von 380 Millionen Euro und damit ein Plus von rund 15 Prozent erzielt (2019: 330 Millionen Euro). Stricken wird dank neuer, moderner Anleitungen und der großen Auswahl an Garnen auch für jüngere Zielgruppen immer attraktiver. Aber auch das Häkeln holt in punkto Popularität aktuell stark auf.

Herausforderungen für die Branche

Bei allen positiven Marktzahlen sorgten gleichzeitig die Pandemie-bedingten Maßnahmen für deutliche Verschiebungen im Handarbeitsmarkt. Der Trend zur Digitalisierung und zum Online-Shopping verstärkte sich durch die monatelange Schließung des stationären Handels deutlich. Das zeigt die aktuelle Studie „Nutzungsverhalten Handarbeit 2021“, die die GfK Nürnberg im Auftrag der Initiative Handarbeit erstellt hat. Herausforderung für die Branche – insbesondere für den Fachhandel – wird es sein, die Kunden wieder zurückzugewinnen und wieder verstärkt in Kontakt zu kommen.

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GfK-Verbraucherstudie: Handarbeit als Hobby weiter im Aufwind

Das Bedürfnis mit den eigenen Händen zu arbeiten und selber etwas Einzigartiges zu schaffen steigt aktuell weiter an. Die aktuelle Studie „Nutzungsverhalten Handarbeit 2021“, die die GfK Nürnberg im Auftrag des Branchenverbands Initiative Handarbeit erstellt hat, zeigt im Detail aktuelle Veränderungen und Trends. Die Anzahl der Handarbeiterinnen ist weiter gestiegen. Drei Viertel aller Frauen in Deutschland beschäftigen sich zumindest ab und zu mit Handarbeit, 2018 waren es 66 Prozent. Die Initiative Handarbeit sieht darin den gesamtgesellschaftlichen Trend zur neuen Gemütlichkeit und Verschönerung des eigenen Zuhauses, die (Wieder-) Entdeckung von handwerklicher Tradition, veränderten Konsumeinstellungen und die Lust auf DIY bestätigt. Neben diesen bereits länger anhaltenden Tendenzen spiegeln sich auch die Auswirkungen der Covid19-Pandemie in den Studienergebnissen wider.

 

Nach wie vor sind Nähen und Stricken die am häufigsten ausgeübten Handarbeiten. Häkeln hat auffällig viele neue Anhängerinnen gefunden. Das ist besonders erfreulich, da Häkeln oft die Einstiegstechnik ist, die von Anfängern vor dem Stricken erlernt wird. Die beliebten und von der Initiative Handarbeit mit der Aktion Make me take me in die breite Öffentlichkeit getragenen Häkelnetze haben sicher auch einen Beitrag dazu geleistet.

Spaß, Individualität, Entspannung und Reparieren statt Wegwerfen – die wichtigsten Gründe für das Selbermachen

Genäht, gestrickt und gehäkelt wird vor allen Dingen, weil es Spaß macht, sagen 57 Prozent der Befragten. Nach dem Spaß an der Handarbeit folgt mit 45 Prozent der Wunsch danach, etwas selbst zu reparieren. Weitere Gründe sind Entspannung und Ablenkung vom Alltagsstress sowie die Möglichkeit, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen und den Erfolg zu sehen. 37 Prozent schätzen die Individualität ihrer Unikate. Nachhaltigkeit spielt für 19 Prozent eine Rolle.

Selbstgemacht werden vor allem Wohndekoration, Bekleidung für Erwachsene und Kinder sowie Accessoires. Mund-Nasen-Schutzmasken haben im vergangenen Jahr 18 Prozent der Verbraucherinnen genäht. Am häufigsten handarbeiten Frauen für sich selbst. Danach folgen mit 60 Prozent Handarbeiten für die Familie, dies gilt besonders, wenn Kinder im Haushalt leben.

Internet ist wichtigste Inspirationsquelle geworden

Zur wichtigsten Inspirationsquelle hat sich mit großem Abstand das Internet entwickelt: 54 Prozent der Befragten holen sich mittlerweile hier neue Ideen (2018: 21 Prozent). Dabei spielen die Internetseiten von Marken und Plattformen wie der Initiative Handarbeit eine wichtige Rolle. 47 Prozent geben an, eigene Ideen umzusetzen.

Covid19-Pandemie hat das Einkaufsverhalten deutlich verändert

Das Material-Shopping läuft aktuell am häufigsten über das Internet. 45 Prozent der befragten Verbraucherinnen kaufen mittlerweile Stoffe, Wolle und Co. online. 2018 waren es lediglich 16 Prozent. Diese Entwicklung geht klar zu Lasten des stationären (Kurzwaren-)Fachhandels. Er rangiert mit 34 Prozent nur noch auf Platz 2. 2018 lagen Fachhändler vor Ort mit 57 Prozent noch deutlich vorne.

Neue Möglichkeiten des lokalen Einkaufs wie „click & collect“ wurden immerhin von 7 Prozent der Befragten genutzt. Sicher ist dies eine Momentaufnahme, in Ermangelung anderer Einkaufs-Optionen, jedoch wird auch nach Corona davon ausgegangen, dass Online-Shopping auch in der Handarbeits-Branche verstärkt stattfinden wird. Umso bedeutender wird es sein, die Rolle des stationären Handels als Ort der Begegnung, des Austauschs und des haptischen Erlebnisses zu begreifen und entsprechend zu gestalten.

 

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Nachhaltig inspirierend: Die Aktionen der Initiative Handarbeit 2021

Nachhaltig inspirierend: Die Aktionen der Initiative Handarbeit 2021

Außergewöhnliche Situationen erfordern besondere Lösungen: Die Initiative Handarbeit und ihre Mitgliedsunternehmen haben für die Fachmesse h+h@home (26. bis 28. März) unterschiedlichste Ideen und Aktionen entwickelt, um auch in rein digitaler Form kreativen Input für den Fachhandel und Endverbraucher zu liefern. „Wir haben unter anderem bekannte Messe-Programmpunkte wie die DIY-Fashionshow und das Blogger-Treffen in virtuelle Formate gebracht“, so Angela Probst-Bajak, Pressesprecherin der Initiative Handarbeit. Die DIY-Modetrends auf einen Blick: Das Fashion-Lookbook der Initiative Handarbeit.

Die Trendmodenschau der Initiative Handarbeit zählt jedes Jahr zu den Höhepunkten der h+h cologne. 2021 präsentieren die Mitgliedsunternehmen des Branchenverbandes ihre Looks für die kommende Herbst- und Wintersaison in einem Fashion-Lookbook. Gezeigt werden mehr als 50 Looks. Die Show läuft auf der Messe-Plattform. Alle Details zu den einzelnen Modellen sind zusätzlich im Lookbook 2021 zu finden, das sowohl auf der Plattform wie auch auf der Webseite der Initiative Handarbeit für alle Interessierten frei zugänglich ist.

„Wir machen uns schön“: Expertentipps für das Laden-Facelifting

Die beiden Coaches Bettina Grüninger und Michaela Kranz leiten in Kooperation mit der Initiative Handarbeit seit einigen Jahren die erfolgreichen Fachhändler-Seminare. Für 2021 sind für die zweite Jahreshälfte Termine für die zweitägigen Coachings für Handarbeitsprofis geplant. „Mit der Aktion Wir machen uns schön möchten wir dem Fachhandel aber schon jetzt anhand eines Beispiels aus der Praxis zeigen, wie ein Store-Facelift abläuft und warum es so wichtig ist“, erklärt Angela Probst-Bajak, Sprecherin der Initiative Handarbeit. Im Rahmen der h+h cologne@home zeigen Bettina Grüninger und Michaela Kranz am Beispiel des Fachgeschäfts JuLaine, wie Visual Marketing und Storytelling erfolgreich Hand in Hand gehen. Juliane Bohrer, Inhaberin von JuLaine, teilt ihre Erfahrungen. Die Fachhändlerin hatte sich auf einen Aufruf der Initiative Handarbeit hin gemeldet und wird seit Januar von den beiden Coaches bei der Umgestaltung ihres Ladens begleitet. Alle drei sind auf dem Talksofa der h+h@home zu Gast und in 2 Workshops wird das Thema vertiefend behandelt.

Klein, fein und schick: #machdeinding2021

Mit Freundinnen draußen unterwegs sein, vielleicht mal wieder auf Partys gehen oder Konzerte besuchen: Designerin Anke Gerdes-Swafing vom bekannten Label cherry-picking hat für den Nähwettbewerb #machdeinding2021 mit dem Schnitt für eine Belt-Bag ein kleines, feines und sehr schickes DIY-Projekt entworfen. Die Mini-Tasche ist ein echtes Multitalent und bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des großen Nähwettbewerbs eine tolle Basis für ihre eigenen Ideen. Der Nähwettbewerb startet am 26. März und läuft bis zum 31. Juli. Als Unterstützung für alle Nähbegeisterten gibt es auch wieder ein begleitendes Nähvideo mit Anna vom YouTube-Kanal einfach nähen.

#makemetakeme: Erfolgreiche Nachhaltigkeits-Aktion geht in eine neue Runde

Mit #makemetakeme hat die DIY-Community gezeigt, wie mit vereinten Kräften aus einer kleinen Idee eine große Sache werden kann. Auch 2021 wollen wir uns gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit und weniger Plastik einsetzen. Mit den neuen #makemetakeme-Anleitungen und der Unterstützung der Kreativ-Szene soll bis zum Ende des Jahres die Marke von insgesamt 100 000 nachhaltig angefertigten Taschen erreicht werden. Die neuen Häkel-Taschen-Designs wurden wieder von der Designerin Susanne Müller vom Label Paula m. entworfen. Zusätzlich haben wir auch weitere Schnitte für genähte Taschen vorbereitet. Beide Taschen gibt es nicht nur in der normalen Größe, sondern dieses Mal auch zusätzlich in einer Mini-me-Version für Kinder.

 

„Ohne Euch? Nicht mit uns!“: Das virtuelle Bloggertreffen auf der h+h cologne

Das gemeinsame Bloggertreffen der Initiative Handarbeit und der KölnMesse hat sich zu einer festen Größe auf der h+h cologne entwickelt. 2021 findet es erstmals in einer digitalen Variante statt: Knapp 100 BloggerInnen und InfluencerInnen treffen sich am 27. März in einem virtuellen Meetingroom, um gemeinsam zu schnacken, zu lachen und alles über die aktuellen Branchen-Trends zu erfahren.

 

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Pressekontakt

Initiative Handarbeit
Angela Probst-Bajak
Lindenstraße 24
76228 Karlsruhe
0721/9473320
kontakt@initiative-handarbeit.de

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