Garnlexikon

Alpaka  |  Baumwolle  |  Chunky  |  Degradé  |  Effektgarn  |  Filzwolle  |  Linke Maschen  |  Maschenprobe  |  Merino  |  Rechte Maschen

 

A

Alpaka
Alpaka-Garn zählt zu den edelsten Garnen und zeichnet sich durch zahlreiche positive Eigenschaften aus: Es ist dank seiner besonderen Faserstruktur thermoregulierend, es ist extrem strapazierfähig, schmutz- und feuchtigkeitsabweisend, anti-allergisch, weniger anfällig fürs Verfilzen als andere Naturwolle und garantiert kratzfrei. Alpaka-Garn wird hauptsächlich für Jacken und Pullover, aber auch für hochwertige Socken verwendet.

Woher kommt Alpaka-Wolle?
Alpaka-Garn stammt von den Alpakas. Die zur Familie der Kamele gehörenden Tiere sind eigentlich in Peru zuhause, werden mittlerweile aber auch in Europa gezüchtet. Die Tiere werden einmal im Jahr geschoren. Pro Tier kommen dabei etwa sechs Kilogramm Wollfasern zusammen, von denen aber nur ein Teil für die Weiterverarbeitung zum Garn geeignet ist.

Neben reiner Alpaka-Wolle finden sich auch ganz verschiedene Mischungen, in denen neben Alpaka zum Beispiel Schurwolle, Viskose und Polyamid verarbeitet sind. Diese Mischungen sorgen meist dafür, dass das feine Alpaka-Garn etwas voluminöser wird. Sprich: Strick- und Häkelprojekte werden damit schneller fertig und es lassen sich andere Optiken erzielen. Und natürlich wird das Luxusgarn in der gemischten Variante auch ein ganzes Stück günstiger.

Was zeichnet Alpaka-Wolle aus?
Die große Besonderheit von Alpaka ist die Faserstruktur: Die Fasern sind innen hohl. Dadurch lassen sich aus Alpaka sehr leichte und zugleich richtig warme Kleidungsstücke und Accessoires anfertigen. Dazu kommen der feine Glanz und der weiche, glatte Griff, so dass sich das Garn optimal verstricken oder verhäkeln lässt.

Wie wird Alpaka-Wolle gepflegt?
Alpaka-Wolle ist extrem pflegeleicht. Am besten werden Jacken oder Pullover aus Alpaka nach dem Tragen einfach an die frische Luft gehängt – das reicht in der Regel völlig aus, denn wie gesagt: Alpaka ist schmutzabweisend. Häufiges Waschen geht dagegen auf Kosten der positiven Eigenschaften des Materials. Wenn unbedingt eine Wäsche nötig ist: Das Wasser sollte nicht heißer als 30 Grad sein, entweder per Hand oder mit dem Wollwaschprogramm in der Maschine waschen, viel Wasser benutzen und das Kleidungsstück anschließend liegend trocknen.

 

B

Baumwolle

Schön weich auf der Haut, angenehm kühl im Sommer, in unendlich vielen Farben erhältlich und absolut pflegeleicht: Baumwollgarne sind die Allrounder für alle Strick- und Häkelbegeisterten. Besonders geeignet ist Baumwolle für leichte, locker sitzende Sommerkleidung, aber auch für Accessoires wie dünne Mützen und Schals sowie für Decken und Kuscheltiere – und natürlich ganz klassisch für Topflappen.

Woher kommt Baumwolle?
Baumwolle ist eine Pflanzenfaser, die in den Samenkapseln des Baumwollstrauchs wächst und die bereits seit mehreren 1000 Jahren für die Herstellung von Textilien genutzt wird. Weltweit gibt es fast 300 verschiedene Sorten Baumwolle – und im Wollregal bei Baumwolle eine so große Auswahl wie bei keinem anderen Garn.

Ganz grob wird zwischen klassischer, unbehandelter und der sogenannten mercerisierten Baumwolle unterschieden. Beim Mercerisieren wird die Baumwolle mit Natronlauge behandelt, so dass die Fasern aufquellen und sich die Länge der Fasern verkürzt. Dadurch bekommt das Garn nicht nur einen seidigen Glanz, sondern wird auch fester und formstabiler.

Traditionell wird Baumwolle in einer großen Uni-Farbpalette angeboten. Mittlerweile gibt es aber auch viele gemusterte Baumwollgarne, etwa Verlaufs- oder Dégradée-Garne und Garne mit Batik- oder Spraymustern. Dazu kommen Baumwollmischungen – etwa mit Glitzergarnen – und Effektgarne, mit denen sich auffällige Strukturen erzielen lassen.

Was zeichnet Baumwolle aus?
Baumwolle hat einen (zumindest in der warmen Jahreszeit) angenehm kühlen Effekt auf der Haut. Das liegt daran, dass Baumwollfasern im Vergleich zur Schurwolle wesentlich glatter sind. Dadurch können sie die Luft nicht so gut festhalten – was wiederum den kühlenden Effekt bewirkt. Weitere Baumwoll-Pluspunkte sind die Fähigkeit, viel Feuchtigkeit aufzunehmen, die Allergikerfreundlichkeit und die Strapazierfähigkeit. Außerdem lässt sich Baumwolle hervorragend färben. Dadurch gibt es nicht nur eine auffallend große Farbpalette, sondern auch sehr intensiv gefärbte Baumwollgarne.

Wie wird Baumwolle gepflegt?
Alles easy – Baumwolle ist auch beim Thema Pflege absolut unkompliziert. Lediglich bei besonders kräftigen Farben sollte am Anfang separat gewaschen und ein Farbfangtuch mit in die Wäsche gegeben werden, da bunte Baumwolle zum Ausfärben neigt. Ansonsten können selbstgestrickte und –gehäkelte Baumwollsachen ganz normal mit in die Waschmaschine. Je nach Garn werden Temperaturen von 30 bis zu 60 Grad empfohlen.

Tipp: Baumwolle neigt beim Waschen zum Wachsen. Deshalb sollte vor dem Stricken oder Häkeln eines neuen Projekts immer eine Maschenprobe angefertigt, gewaschen und getrocknet werden. Das zeigt, wie sich die Maße durch das Waschen verändern und ermöglicht es, diese Veränderungen beim Stricken und Häkeln miteinzukalkulieren.

 

C

Chunky

Ob für Mützen, Pullover oder Decken: Chunky ist angesagt. „Grob“ oder „dick“ bedeutet chunky übersetzt – es handelt sich also um Garne in besonders dicken Garnstärken. Nadelstärke 6 gilt bei Chunky-Garnen noch als dünn. Es gibt Chunky-Garne, die Stärken von 15 und mehr erreichen. Diese Varianten –zum Beispiel Super Super Chunky oder auch Super Bulky genannt – werden allerdings oft nicht mehr mit Nadeln, sondern mit den Armen verstrickt.

Ist Chunky-Garn gleich Chunky-Garn?
Klare Antwort: Nein. Neben der Stärke unterscheiden sich die Garne in der Zusammensetzung. Am gängigsten sind Chunky-Garne aus reiner Schurwolle sowie ein Mix aus Schurwolle und Polyester. Es gibt aber auch Mischungen mit Merino, Alpaka oder Baumwolle. Warum gemixt wird? Zum Beispiel weil die Garne so formstabiler, strapazierfähiger und/oder elastischer werden. Neben den Woll-Varianten gibt es Chunky-Garne aktuell auch in Bändchen- oder Schlauch-Versionen sowie aus Jersey.

Was zeichnet Chunky-Garne aus?
Die Stärke von Chunky-Garnen ist natürlich ganz klar ihre Stärke. Mit Nadelstärken im zweistelligen Bereich sind auch große Projekte wie eine Decke vergleichsweise schnell fertig. Außerdem lassen sich mit den dicken Garnen besonders plastische Effekte erzielen. Selbst einfach Muster entfalten eine tolle Wirkung, weil das Maschenbild perfekt definiert wird. Chunky-Garne sind also ideal für alle Strick- und Häkeleinsteiger, die schnelle Erfolgserlebnisse haben wollen – und natürlich für alle, die Lust auf ausgefallene Optiken haben.

 

D

Degradé

Der Begriff Degradé kommt aus dem Französischen und bezeichnet einen harmonischen Farbverlauf von hell nach dunkel oder umgekehrt. Alternativ zu Degradé werden zum Beispiel auch „Gradient“ oder „Ombre“ als Begriffe für Verlaufsgarne verwendet.

Wie entstehen Degradé-Garne?

Für den Farbverlauf wird das Garn in ein Farbbad getaucht – ähnlich der Dipdye-Technik bei Textilien. Dabei saugt das Garn die Farbe von unten auf. Sprich: Die unteren Partien werden dunkler als die oberen. Ergebnis ist ein Degradé-Effekt. Was auf den ersten Blick als vergleichsweise simple Technik erscheint, ist tatsächlich ein komplexes Verfahren, das umso besser funktioniert, je hochwertiger ein Garn ist.

Degradé-Garne finden sich aktuell in den unterschiedlichsten Varianten: Als zartes Lace-Garn, in voluminöser Chunky-Ausführung, aus Merino-Wolle, Mohair und auch aus Baumwolle. Neben gefärbten Farbverlaufs-Garnen werden auch bedruckte oder Print-Garne angeboten.

Was zeichnet Degradé-Garne aus?
Ob dick oder dünn, gefärbt oder bedruckt: Allen Degradé-Varianten gemeinsam ist, dass kein Knäuel dem anderen gleicht. Wie das Ergebnis aussieht, ist daher immer eine kleine Überraschung – zusätzlich spielt es natürlich auch eine Rolle für den Farbverlauf, wie fest oder wie locker gestrickt wird.

Für welche Projekte eignet sich Degradé-Garn besonders?
Farbverlaufs-Garne sind besonders schön für alle Projekte mit einer größeren Fläche, auf denen sich der Degradé-Effekt voll entfalten kann. Dazu gehören zum Beispiel Schals, Decken und Tücher.

 

E

Effektgarn

Garantiert nicht zu übersehen: Mit Effektgarnen lassen sich beim Stricken und Häkeln auch ohne aufwendige Muster auffallende Akzente setzen – oder auch dem Namen entsprechend Effekte erzielen. Die Palette reicht dabei von Bouclé- und Noppengarnen über Metallicgarne und Fransengarne bis zu Garnen mit Perlen oder Pailletten.

Wie entstehen Effektgarne?
Für Effektgarne werden meist natürliche Fasern wie Wolle oder Baumwolle mit Chemiefasern kombiniert. Ganz einfach deshalb, weil sich die Effekte wie Glitzer, Glanz oder Noppen nur mit künstlichen Materialien erzielen lassen. Es gibt aber auch Effektgarne ganz aus Naturfasern. Hier werden die Effekte – etwa Unregelmäßigkeiten – durch spezielle Techniken beim Verzwirnen der Fasern erreicht.

Für welche Projekte sind Effektgarne geeignet?
Das kommt auf das Effektgarn und die eigenen Vorlieben an. Aus den meisten Effektgarnen lassen sich große ebenso wie kleine Projekte stricken oder häkeln. Für Accessoires oder einzelne Partien verwendet, lassen sich damit kleine Akzente setzen – etwa wenn Fransenwolle an einer Strickjacke zu einer Art „Pelzkragen“ verstrickt wird. In größeren Flächen verstrickt sorgen sie für entsprechend große Auftritte.

Welche Besonderheiten gibt es bei Effektgarn?
Mit Effektgarn entstehen ganz ohne komplizierte Muster tolle Optiken. Und es kaschiert kleine Fehler und Unregelmäßigkeiten. Dadurch eignet es sich gut auch für Strickanfänger. Tipp: Durch die Effekte ist es oft schwierig, die einzelnen Reihen zu erkennen. Ein Reihenzähler hilft in diesem Fall weiter.

 

F

Filzwolle

Stricken, waschen, fertig: Das Filzen von gestrickten Stücken in der Waschmaschine geht einfach und schnell – und es ist perfekt für Anfänger geeignet, weil kleine Fehler oder Unregelmäßigkeiten durch das Filzen unsichtbar werden.

Welche Garne eignen sich zum Strickfilzen?
Optimal für das Strickfilzen oder –häkeln ist spezielle Filzwolle. Wer kein Spezialgarn verwenden möchte, kann auch auf „normales“ Wollgarn ausweichen, das aber keine „Super-wash“-Ausrüstung haben darf – denn das würde das gewünschte Verfilzen verhindern. Für das Filzen geeignete Wolle stammt ausschließlich von Tieren, insbesondere von Schafen, da sich nur Tierhaare gut verfilzen können. Synthetische Wolle dagegen ist meist „filzfrei“.

Wie entsteht der Filz?
Neben der geeigneten Wolle werden für den Filzvorgang Wasser, Wärme und Bewegung benötigt. Die Wolle muss im warmen Wasser gedrückt, gerieben und geknetet werden, damit ein dichter, fester Stoff (= der Filz) entsteht. Diese Technik wird mit dem Fachbegriff Walken bezeichnet.

Beim Strickfilzen bedeutet das: Das fertig gestrickte Stück kommt in die Waschmaschine und wird – je nach Wolle – bei 40 oder 60 Grad gewaschen. Am besten werden noch einige feste Wäschestücke wie etwa Jeans mit in die Trommel gepackt, um den Walk-Effekt zu verstärken. Nach dem Waschen wird geguckt, ob noch einzelne Fasern oder Maschen zu erkennen sind. Wenn ja, ist ein weiterer Filzdurchgang nötig. Wichtig: Das gefilzte Strickstück muss sofort nach dem Waschen in Form gezogen werden.

Für welche Projekte eigenen sich Filzwolle bzw. das Strickfilzen?
Im Prinzip ist so gut wie alles möglich, vom Hausschuh über die Mütze und das Sitzkissen bis hin zu größeren Kleidungsstücken.

Was sollte beim Strickfilzen beachtet werden?
Beim Strickfilzen ist eine Maschen- beziehungsweise Filzprobe unerlässlich. Denn das Strickstück schrumpft beim Filzen erheblich. In der Regel wird es um 30 bis 40 Prozent kleiner. Dabei fällt sich aber jedes Garn anders. Eine Maschenprobe beugt späteren Enttäuschungen vor.

 

L

Linke Maschen

Linke und rechte Maschen werden auch als Grundstrickarten bezeichnet. Sie sind die Basis für alle weiteren Strickmuster, ob Zopf-, Loch- oder Patentmuster.

Linke Maschen stricken: Für linke Maschen wird der Faden vor die Arbeit gelegt. Dann mit der rechten Nadel von hinten nach vorne in die erste Masche auf der linken Nadel einstechen.

Der Faden wird von vorne nach hinten um die rechte Nadel geschlungen und dann durch die abgehobene Masche nach hinten durchgezogen.

Die Masche von der linken Nadel gleiten lassen, den Faden dabei leicht anziehen – fertig!

 

M

Maschenprobe

Maschenproben sind nicht gerade beliebt, aber fast unersetzlich. Nur wenn die Maschenprobe stimmt, wird das fertige Strickprojekt am Ende den angegebenen Maßen in der Anleitung entsprechen und die angegebene Garnmenge ausreicht. Deshalb sollte sich gerade bei größeren Projekten wie Pullovern oder Jacken immer die Zeit dafür genommen werden, dass Garn kennenzulernen und eine Maschenprobe zu erstellen.

Wie wird eine Maschenprobe erstellt?
Bei jedem Garn finden sich auf der Banderole Angaben zur empfohlenen Nadelstärke und zur Maschenprobe. Die Angaben „Nadelstärke 6 Millimeter“,“14 Maschen“ und „18 Reihen“ bedeuten beispielsweise, dass 14 Maschen in der Breite und 18 Reihen in der Höhe, glatt rechts gestrickt mit Nadelstärke 6, ein Quadrat von 10 mal 10 Zentimetern ergeben sollten. Allerdings werden längst nicht alle Projekte glatt rechts gestrickt. Entsprechend sollte die Maschenprobe dann nicht glatt rechts, sondern im geplanten Muster gestrickt oder gehäkelt werden. In der Regel finden sich in der Anleitung Angaben zur Maschenprobe im Grundmuster. Werden mehrere Muster kombiniert, sollten auch mehrere Maschenproben angefertigt werden.

Für die Maschenprobe werden mindestens vier Maschen mehr als auf der Banderole beziehungsweise in der Anleitung angegeben angeschlagen und mindestens vier Reihen mehr gestrickt. Das ist nötig, da Randmaschen sowie Anschlag- und Abkettreihen normalerweise keine zuverlässigen Messwerte liefern. Die zusätzlich gestrickten Maschen und Reihen ermöglichen es, in der Mitte genau messen zu können.

Nach dem Abketten sollte die Maschenprobe angefeuchtet und dann gespannt werden. Noch besser ist es, die Maschenprobe richtig zu waschen. Vor allem elastische, glatte Garne – etwa Merino-Wolle oder Baumwolle – neigen beim Waschen zum Wachsen, wenn sie nicht sehr fest verstrickt wurden.

Zum Ausmessen wird die Maschenprobe flach auf eine glatte Unterlage gelegt und bei Bedarf mit Stecknadeln fixiert. Gemessen wird in der Mitte. Dafür wird mit einer Stecknadel einige Maschen vom Rand entfernt der 0-Punkt markiert, von dem aus dann 10 Zentimeter in der Breite gemessen werden. Auch diesen Punkt markieren und die Maschen auszählen, die zwischen den beiden Punkten liegen. Für das Abmessen in der Höhe ebenso vorgehen und die Anzahl der Reihen zwischen den markierten Punkten zählen.

Nach dem Ausmessen werden die Ergebnisse mit den Angaben auf der Banderole/in der Anleitung verglichen:

  • Alles stimmt überein? Dann passt alles und es kann genauso mit dem Stricken begonnen werden.
  • Es sind mehr Maschen und Reihen nötig, um auf 10 mal 10 Zentimeter zu kommen: Es wurde zu fest gestrickt und es sollte zu einer größeren Nadelstärke gewechselt werden.
  • Es sind weniger Maschen und Reihen nötig, um auf 10 mal 10 Zentimeter zu kommen: Es wurde zu locker gestrickt und es sollte zu einer kleineren Nadelstärke gewechselt werden.

 

 

Merino

Merino-Wolle wird manchmal als „Funktionsfaser“ der Natur bezeichnet. Die feine Schurwolle zeichnet sich durch ihre temperaturregulierenden Eigenschaften aus. Merino-Garn wärmt in der kalten Jahreszeit und wirkt im Sommer kühlend. Zudem ist es atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und es kratzt nicht.

Woher kommt Merino-Wolle?
Merino-Wolle wird von den gleichnamigen Schafen geliefert. Diese stammen ursprünglich aus Nordafrika. Mittlerweile werden sie fast überall auf der Welt gezüchtet. Der Großteil der Merino-Schafe lebt heute aber in Australien, das auch Hauptlieferant ist. Etwa zwei bis drei Kilogramm Merino-Wolle werden pro Schaf und Jahr im Durchschnitt geschoren.

Merino-Wolle ist in den unterschiedlichsten Qualitäten vom ultrafeinen Lacegarn bis zum voluminösen Chunky-Garn erhältlich. Dazu kommen Mischungen mit anderen Garnen – etwa Baumwolle oder Alpaka – sowie besondere Optiken, etwa durch Bedrucken, Färben oder die Zugabe von Pailletten.

Was zeichnet Merino-Wolle aus?
Merino-Wolle glänzt gleich mit einer ganzen Reihe ausgesprochen positiver Eigenschaften. Ganz wichtig für viele: Sie kratzt dank ihrer besonders feinen Fasern nicht. Je feiner die Fasern, desto stärker krümmen sie sich, wenn sie die Haut berühren und desto angenehmer wird das Tragegefühl. Außerdem lädt sich Merino-Wolle nicht elektrostatisch auf, fusselt nicht, ist nur schwer entflammbar und bietet einen natürlichen Schutz vor UV-Strahlen.

Ein weiterer Pluspunkt: Merino-Wolle stinkt nicht. Ob Kneipenbesuch oder Zwiebeln anbraten in der Küche – in Merino-Strick bleiben keine Gerüche lange hängen. In der Regel reicht schon ein kurzes Auslüften. Möglich wird das dadurch, dass das Wollfett in der Merino-Wolle ein Mikroklima erzeugt, in dem sich Bakterien kaum vermehren können. Sprich: Merino-Garn ist anti-bakteriell. Deshalb ist es zum Beispiel auch hervorragend für Babybekleidung geeignet.

Wie werden Strickstücke aus Merino-Wolle gepflegt?
Die Fasern der Merino-Wolle sind selbstreinigend – entsprechend selten müssen Strickstücke aus diesem Garn gewaschen werden. Wenn eine Wäsche unbedingt nötig ist, empfiehlt sich die Handwäsche oder das Wollwaschprogramm der Waschmaschine bei 30 Grad und mit einem speziellen Wollwaschmittel. Die Strickstücke anschließend an der Luft trocken.

 

R

Rechte Maschen stricken

Mit der rechten Nadel wird von vorn nach hinten in die erste Masche auf der linken Nadel gestochen. Der Faden liegt hinter der Nadel.

Mit der rechten Nadel wird der Faden von hinten geholt und durch die abgehobene Masche durchgezogen.

Die Masche von der linken Nadel gleiten lassen und dabei den Faden leicht anziehen – fertig.

Maschenbild glatt  rechts Vorderseite

Maschenbild kraus rechts (Hinreihe und Rückreihe rechte Maschen)